Braunschweig begrüßte Hunderte Jungliberale aus ganz Deutschland
Dienstag, 14. Oktober 2014
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Am Wochenende tagte der 49. Bundeskongress der Jungen Liberalen (JuLis) in Braunschweig. Über 200 Delegierte und Mitglieder reisten aus ganz Deutschland an um in Braunschweig über die politische Arbeit und die programmatische Ausrichtung zu debattieren. Für den amtierenden Bundesvorsitzenden Konstantin Kuhle ein Heimspiel: Er ist nicht nur Niedersachse, sondern auch in der Region geboren.

Am ersten Tag standen Nachwahlen an, die Saskia Sattler aus Nordrhein-Westfalen (Stv. Vorsitzende für Organisation) und Patrick Luik aus Baden-Württemberg (Beisitzer Programmatik) für sich entscheiden konnten. In einer flammenden Rede forderte Kuhle Respekt: Respekt voreinander, vor Pluralität, vor der Privatsphäre und vor liberalen Denkanstößen. „Wer anderen Respekt entgegenbringt, wird Respekt ernten. Wir JuLis wollen Deutschland zu einer Respektgesellschaft machen.“, so Kuhle.

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Im Anschluss an die Aussprache zur Rede des Bundesvorsitzenden wurde der Leitantrag „Jugend forscht“ beraten, der nach zahlreichen Debatten und einigen Ergänzungen mehrheitlich angenommen wurde. Die JuLis sprechen sich für den kontrollierten Einsatz grüner Gentechnik aus, für eine konsequente Kennzeichnung von Lebensmitteln, die gentechnisch veränderte Vorprodukte enthalten, für die Forschungsförderung, für die Anwendung von Fracking zur Erforschung einer späteren kommerziellen Nutzung und gegen Patente auf Leben. 

Am zweiten Tag stand die Antragsberatung im Vordergrund – so beschlossen die JuLis u.a. die Liberalisierung des Taximarkts und einen umfangreichen Antrag zum Thema StartUp-Unternehmen. 
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Für Diskussionen sorgte ein Antrag, der die Sterbehilfe für Kinder legalisieren soll. Es soll unheilbar kranken Kindern möglich sein, würdevoll und selbstbestimmt über das eigene Leben und den eigenen Tod zu entscheiden. Dass die JuLis diesen Beschluss nicht leichtfertig und unbedacht gefasst haben, erläuterte Kuhle: „Das kostbarste Gut jedes Menschen ist das eigene Leben. Es ist von so unschätzbarem Wert, dass niemand es leichtfertig aufs Spiel setzt oder grundlos beendet. Ebenso klar ist für uns jedoch auch, dass eine liberale Gesellschaft den Sterbewunsch unheilbar kranker und permanent leidender Menschen, bei denen die Möglichkeiten der Palliativmedizin ausgereizt sind, ernsthaft prüfen und in begründeten Fällen respektieren muss. Aus unserer Sicht sollte das auch für tödlich erkrankte Kinder gelten. Auch sie sollten auf eigenen Wunsch und nach intensiver Prüfung die Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe in Anspruch nehmen können. In Belgien und in den Niederlanden sind bereits ähnliche Regelungen verabschiedet worden.“